Für wen heiraten wir eigentlich?

Für wen heiraten wir eigentlich?

25°C, Sommer, Sonnenschein. Ein riesiges Schloss mit hunderten Gästen, Hüpfburg für die Kinder und pompöser Kutsche. So stellt man sich mitunter eine Hochzeit vor. Natürlich ist auch das ein wenig fern ab der Relalität. Dennoch wird der bedeutenste Tag im Leben zweier sich Liebender oft groß gefeiert. Doch ist das immer notwendig?

Die „Durchschnittshochzeit“ auf der wir spielen hat ca. 60-70 Gäste und findet nach den klassischen „Traditionen“ statt. Die Abläufe sind klar definiert – nach der Trauung der Sektempfang, der Hochzeitstanz als Beginn des Abendprogramms oder der Kuchenanschnitt um Mitternacht. So weit so gut. Aber warum muss es immer genau so sein? Warum trauen wir uns nicht mal andere Wege zu gehen?

Denn mal ehrlich: Für die Gäste soll es ein schöner Tag sein. Sie sollen eure Gastfreundschaft genießen, mit euch eine gute Zeit haben und gemeinsam Essen. Doch nur für euch ist es der wichtigste Tag im Leben. Ihr werdet euch noch Jahre später an diesen Tag zurückerinnern. Wir durften in diesem etwas „speziellen“ Jahr miterleben, wie manche Brautpaare aus der Not eine Tugend gemacht haben, und die Feier ganz anders als geplant gestaltet haben. So wurde aus der ursprünglich viel größer geplanten Hochzeit in diesem Beispiel eine kleine Gartenhochzeit mit nur 15 Gästen.

Back to the roots garden

„Es gibt Länder, wo was los ist.
Es gibt Länder, wo richtig was los ist, und es gibt
Brandenburg, Brandenburg.“ – so sang es einst der Liedermacher Rainald Grebe.

Nach diesem wundervollen Tag können wir allerdings stolz behaupten, dass sich selbst so eine lange Anreise von über 2,5 Stunden ins tiefste Brandenburg lohnt. Denn dort, unweit von Cottbus, haben wir wohl eine der schönsten Hochzeiten jemals begleiten dürfen. Warum? Ganz einfach: Bei Annaleen & Erik ging es wirklich nur um das eine – um sich selbst.

Zwischen DIY und Romantik

Corona zum Trotze haben die Beiden bei den meisten Sachen einfach selbst Hand angelegt. Auf einem Gartengrundstück unter einem Carport haben sie es geschafft, mit nur wenigen Dingen eine unvergleichlich lockere, entspannte Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. So hat sich das Musik machen gleich noch mal viel schöner angefühlt! Wir lassen jetzt einfach mal kurz die Bilder für sich sprechen:

Nach der freien Trauung ging es dann musikalisch für uns im Caport weiter. Wir durften die Gesellschaft dann bis in die Nacht hinein neben dem Lagerfeuer begleiten. Und obwohl die Atmosphäre wie eingangs erwähnt echt entspannt war, so hielt es doch keinen zum tanzen auf dem Stuhl. Wäre es nach uns gegangen, hätten wir noch ewig weiterspielen können.

Diese Hochzeit hat uns gezeigt, dass es auch anders geht. Es muss nicht immer laute Musik vom DJ Pult, das große Schloss mit Palais, oder ein pompöse Brautkleid sein. Es geht auch „einfach“. Wenn man sich in den Kopf ruft worum es bei der eigenen Hochzeit eigentlich geht, dann wird einem ganz schnell bewusst wie wenig man eigentlich braucht. Sich selbst, eine Prise Liebe, die Liebsten um sich herum und vielleicht ein wenig Konfetti.